Künstler:innen
Camerata Classica
Alexander Znamenskiy
Künstlerischer Leiter und Dirigent
Alexander Znamenskiy ist ein österreichischer Dirigent und Bratschist mit besonderem Fokus auf die Wiener Klassik, Oper, Alte Musik und zeitgenössisches Repertoire. Seine künstlerische Arbeit verbindet stilistische Vielseitigkeit mit ausgeprägtem Sinn für musikalische Präzision, historische Aufführungspraxis und die Verbindung von Konzert und Musiktheater.
Zu seinen jüngsten Engagements zählen Produktionen an der Neuen Oper Wien, wo er als musikalischer Assistent und Dirigent an Manfred Trojahns Eurydice – Die Liebenden, blind (2025) sowie an Pascal Dusapins Passion (2024) mitwirkte. Am Theater an der Wien war er 2025 als Maestro suggeritore bei Miroslav Srnkas Oper Voice Killer tätig; in der Saison 2026/27 wird er dort als Assistent der musikalischen Leitung bei Nikolai Rimski-Korsakows Der goldene Hahn engagiert sein. An der Wiener Staatsoper verantwortete er die musikalische Einstudierung von Peter Eötvös' Tri Sestri und übernahm Korrepetitions-, Dirigier- und Orchesteraufgaben. Am Wiener Volkstheater leitete er die Produktion MALINA nach Ingeborg Bachmann.
Als Konzertdirigent debütierte Znamenskiy mit dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins. Seit 2022 leitet er regelmäßig Aufführungen von Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion im Auditorio Nacional Madrid.
Als Bratschist und Kammermusiker war er zudem im Wiener Konzerthaus, bei den Salzburger Festspielen und bei der Schubertiade Hohenems zu Gast. Er war Solobratschist des Orquestra Sinfónica Casa da Música Porto und musizierte mit Ensembles wie dem Concentus Musicus Wien und dem Quasars Ensemble. Zudem ist er Mitglied des Lerchenfeldquartetts in der Annakirche Wien. Kammermusikalisch war er Mitbegründer des Razumovsky-Quartetts und arbeitete mit Künstler:innen wie Elisabeth Leonskaja, Paul Gulda und Jean-Bernard Pommier zusammen. Diese langjährige Erfahrung als Bratschist und Ensemblemusiker bildet eine wesentliche Grundlage seiner Arbeit mit Orchestern und prägt seinen Zugang zu Klangbalance, kammermusikalischer Kommunikation und stilistischer Differenzierung.
Als künstlerischer Leiter der Camerata Classica verantwortet er die Entwicklung des künstlerischen Profils, die Programmgestaltung und die interpretatorische Ausrichtung des Ensembles. Im Zentrum seiner Arbeit steht die Verbindung von historisch informierter Repertoirearbeit, differenzierter Probenarbeit und einer lebendigen, gegenwartsbezogenen Interpretation.
Arne Kircher
Orchestermanager und künstlerischer Mitarbeiter
Arne Kircher, 1972 in Klagenfurt geboren und heute in Wien wohnhaft, ist Cellist und Kammermusiker mit umfassender Erfahrung in der historischen Aufführungspraxis, der zeitgenössischen Musik und der Organisation künstlerischer Projekte.
Er studierte Konzertfach Violoncello am Konservatorium Klagenfurt sowie an den Musikhochschulen in Wien und Salzburg und anschließend Konzertfach Streichquartett beim Melos Quartett an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Stuttgart, das er mit dem Solistenklassendiplom mit Auszeichnung abschloss. Weitere Studien und Meisterkurse führten ihn zu renommierten Cellisten und Pädagogen wie Harvey Shapiro, Heinrich Schiff, Françoise Guye, Wolfram König und Yossi Gutmann.
Er ist Gründungsmitglied des Goldbergquartetts Wien, des Janusensembles für moderne und experimentelle Kammermusik unter Christof Cech, des Lerchenfeld Quartetts sowie des IPG Ignaz Pleyel Klaviertrios, mit dem er auf Originalinstrumenten der Wiener Klassik musiziert. Weitere langjährige musikalische Tätigkeiten verbinden ihn mit dem Max Brand Ensemble, der New Classic Community, dem Stradivari Streichsextett, dem Ensemble Die Reihe sowie dem Quasars Ensemble für Kammermusik des 20. und 21. Jahrhunderts. Im Mozart Collegium Wien war er als Co-Organisator und Solocellist tätig, regelmäßig wirkt er zudem als Solocellist der Beethovenphilharmonie und ist seit 2024 als Musiker am Burgtheater Wien engagiert.
Konzertauftritte führten ihn zu Festivals und Veranstaltungsreihen wie dem Klangbogen Wien, Generator X, Wien Modern, der Reihe „Schwingungen" im Musikverein Wien, den Haydn Festspielen Eisenstadt, dem Jazzfest Saalfelden, der JIMS – Sommerakademie für Jazz und improvisierte Musik Salzburg, dem Melos-Ethos-Festival, dem Feldkirch Festival, dem Sejong Art Center Mozart Festival, dem Kanazawa Mozart Festival, der Maison de la Culture Montréal, dem Musikforum Viktring, dem Musiksommer Millstatt, dem Carinthischen Sommer, CAMMAC Québec sowie dem Distat Terra Festival in Argentinien.
Als Orchestermanager der Camerata Classica verbindet Kircher seine musikalische Expertise mit organisatorischer Kompetenz. In enger Abstimmung mit dem künstlerischen Leiter wirkt er an der Zusammenstellung der Orchesterbesetzungen mit. Seine Kenntnis der instrumentalen Praxis, der individuellen musikalischen Fähigkeiten und der Anforderungen unterschiedlicher Repertoirebereiche fließt dabei unmittelbar in die künstlerische Planung und die Entwicklung des Ensembles ein.
Lucia Hall
1. Konzertmeisterin
Die kanadische Geigerin Lucia Hall konzertiert international als Solistin und Kammermusikerin und war auf zahlreichen Tourneen durch Europa, Nord- und Südamerika sowie Russland zu hören. Sie trat in renommierten Sälen wie dem Wiener Musikverein, dem Wiener Konzerthaus, dem Großen Saal des Moskauer Konservatoriums, der Kölner Philharmonie und dem Place des Arts Montréal auf und war Gast bedeutender Festivals, darunter Martha Argerich and Friends, die Haydn Festspiele Eisenstadt und das Progetto Martha Argerich in Lugano.
Sie war jüngstes Gründungsmitglied des Ensembles I Musici de Montréal, mit dem sie umfangreiche Konzertreisen, solistische Auftritte und CD-Produktionen realisierte. Als Kammermusikerin musizierte sie unter anderem mit Martha Argerich, Mischa Maisky, Nobuko Imai, Dora Schwarzberg, Ivry Gitlis und Gautier Capuçon. Mehrere Komponisten widmeten ihr Werke, darunter ein Duo für Violine und Violoncello von Lucio Bruno Videla, uraufgeführt im Wiener Musikverein, sowie die österreichische Erstaufführung des Violinkonzerts von Hans Kunstovny mit dem Wiener Concertverein unter Lorenzo Viotti. Weitere Uraufführungen umfassen Mavrya von Andrea Liberovici in Lugano und Die Zeit von Alexander Rabinovitch-Barakovsky, aufgeführt und auf CD eingespielt in der Kölner Philharmonie gemeinsam mit Martha Argerich.
Ihre Ausbildung erhielt sie bei Eleonora Turovsky in Montréal sowie bei Dora Schwarzberg an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, wo sie ihr Konzertdiplom mit Auszeichnung abschloss und mit dem Würdigungspreis des österreichischen Bundesministeriums geehrt wurde. Nach langjähriger Tätigkeit als Assistentin von Dora Schwarzberg unterrichtet sie jetzt im Bereich der Hochbegabtenförderung, im tertiären Bereich in Italien und bei internationalen Meisterkursen. Neben Rundfunk- und Fernsehaufnahmen entstanden CD-Produktionen bei Chandos Records, Gramola und EMI Classics. Als 1. Konzertmeisterin der Camerata Classica prägt sie den Ensembleklang durch solistische Strahlkraft und kammermusikalische Sensibilität.
Julia Rubanova
Konzertmeisterin
Die Geigerin Julia Rubanova entstammt einer Musikerfamilie und erhielt ihre Ausbildung am spezialisierten Musiklyzeum in Charkiw sowie an der Nationalen Musikakademie in Kyjiw, wo sie auch ihr postgraduales Studium absolvierte. Als Preisträgerin internationaler Wettbewerbe wurde sie bereits im Alter von 23 Jahren zur stellvertretenden Konzertmeisterin der ersten Violinen der Kyjiwer Philharmonie ernannt – eine Position, die ihr frühes künstlerisches Ansehen in der ukrainischen Musikszene begründete.
Nach ihrer Übersiedlung nach Österreich baute sich Julia Rubanova rasch eine feste Position im Wiener Musikleben auf. Sie konzertiert mit renommierten Ensembles und Orchestern wie der Camerata Salzburg, dem Concentus Musicus Wien, dem ORF Radio-Symphonieorchester Wien, der Wiener Staatsoper, der Volksoper Wien und dem Bach Consort Wien. Besondere internationale Sichtbarkeit erlangte ihre Zusammenarbeit mit den Musiciens du Prince – Monaco unter der Leitung von Cecilia Bartoli, die sie in enger künstlerischer Zusammenarbeit mit einer der bekanntesten Sängerinnen unserer Zeit zeigt.
Neben ihrer Tätigkeit als Orchestermusikerin widmet sich Julia Rubanova intensiv der solistischen und kammermusikalischen Konzerttätigkeit in Wien und auf europäischen Bühnen. Ihr künstlerisches Spektrum reicht dabei von der Musik des Barock bis zu Werken der Gegenwart – eine stilistische Bandbreite, die sich auch in ihrer Arbeit als Konzertmeisterin der Camerata Classica widerspiegelt. Ihre Erfahrung an der Spitze bedeutender Klangkörper, verbunden mit einer tief verwurzelten kammermusikalischen Sensibilität, macht sie zu einer prägenden Stimme im Streicherklang der Camerata Classica – geprägt von der stilistischen Präzision, die das Wiener Musizieren seit jeher auszeichnet.
Karin Adam
Solistin
Die österreichische Geigerin Karin Adam wurde in Wien geboren und erhielt ihre musikalische Ausbildung bei Franz Samohyl an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien. Ihren ersten öffentlichen Auftritt hatte sie bereits im Alter von acht Jahren; nach Erfolgen bei mehreren Jugendwettbewerben wurde ihr von der Mozartgemeinde Wien der Mozart-Interpretationspreis für junge Künstler verliehen.
Den internationalen Durchbruch ihrer Karriere markierte 1981 der Gewinn des 1. Preises beim Internationalen Joseph Joachim Wettbewerb. Seither trat sie in bedeutenden Musikzentren wie Wien, Salzburg, Berlin, London, Paris, Prag, Mailand, New York, Tokio und Sydney auf und konzertierte mit renommierten Orchestern, darunter die Wiener und Prager Symphoniker, das Wiener Kammerorchester, das Mozarteumorchester Salzburg, die Staatskapelle Berlin und das Tokyo Symphony Orchestra. Zu ihren Dirigentenpartnern zählten unter anderem Serge Baudo, Jiří Bělohlávek, Christoph von Dohnányi, Mariss Jansons, Fabio Luisi, Lord Yehudi Menuhin und Walter Weller – eine Liste, die die internationale Anerkennung ihrer künstlerischen Arbeit unterstreicht.
Seit 1985 musiziert Karin Adam im Duo mit ihrer Schwester, der Pianistin Doris Adam, mit der sie bei bedeutenden Festivals gastierte. Zahlreiche CD-Einspielungen dokumentieren ihr vielseitiges künstlerisches Schaffen über die Jahrzehnte hinweg. Als Solistin der Camerata Classica bringt Karin Adam diese langjährige internationale Erfahrung in das Ensemble ein: Ihre stilistische Sicherheit im klassisch-romantischen Repertoire und ihre kammermusikalisch geschulte Klangkultur treffen auf eine Karriere, die von den großen Konzertsälen Europas bis nach Asien und Australien reicht – eine künstlerische Biografie, die zugleich tief in der Wiener Musiktradition verwurzelt ist.
Vira Zhuk
Solistin
Die in Wien lebende Geigerin Vira Zhuk führt die große Tradition der ukrainischen Violinschule fort, die ihr über ihre Mentor:innen in der Ukraine und Österreich mittelbar von David Oistrach überliefert wurde. In ihrem Spiel verbindet sie die Virtuosität und den charakteristisch melancholischen Ton dieser Schule mit der klanglichen Raffinesse der Wiener Musiktradition.
Vira Zhuk begann sehr früh mit dem öffentlichen Musizieren: Bereits im Alter von sieben Jahren trat sie im Großen Saal der Nationalphilharmonie auf, mit zehn Jahren debütierte sie als Solistin mit einem Violinkonzert von Johann Sebastian Bach. Ihre Ausbildung erhielt sie in Kyjiw und Wien, unter anderem bei Pavel Vernikov, und erhielt künstlerische Impulse von Mauricio Fuks, Alfred Brendel und Menahem Pressler. Als Solistin und Kammermusikerin konzertierte sie seither in über 30 Ländern auf fünf Kontinenten, in Sälen wie dem Wiener Musikverein, dem Wiener Konzerthaus, dem Flagey Brüssel, dem ORF RadioKulturhaus, dem Auditorio Nacional Madrid und der Dänischen Königlichen Oper.
Vira Zhuk ist Gründungsmitglied des mehrfach ausgezeichneten Ensembles Immersio Vienna und wurde unter anderem mit dem Brivio Sforza Award von Le Dimore del Quartetto, dem New Sound of Austrian Music Award des österreichischen Außenministeriums sowie dem Bank Austria Kunstpreis geehrt. Neben ihrer internationalen Konzerttätigkeit wirkt sie als Jurymitglied, etwa beim Shenzhen International String Competition, und gibt Meisterkurse bei Festivals in Chile, Spanien und Mexiko. Als Solistin der Camerata Classica bringt Vira Zhuk diese außergewöhnliche stilistische und interkulturelle Bandbreite in das künstlerische Profil des Ensembles ein.
Martin Gedeon
Cembalo
Martin Gedeon wurde in Prag geboren, wo er zunächst an der Tschechischen Technischen Universität Flugzeugtechnologie sowie Informatik- und Telekommunikationssysteme studierte. Zur Alten Musik fand er über privaten Orgelunterricht bei Lukáš Vendl. 2013 übersiedelte er nach Wien und widmete sich fortan ganz der historischen Aufführungspraxis: Er studierte Cembalo bei Erich Traxler und Basso continuo bei Augusta Campagne, zunächst an der Musik und Kunst Privatuniversität Wien, später an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, wo er sein Masterstudium mit Auszeichnung abschloss. Dort vertiefte er zudem sein Orgelspiel bei Philippe Delacour de Peretti sowie sein Hammerklavierspiel bei Maria Balyan. Ein Erasmus-Studienjahr führte ihn an das Koninklijk Conservatorium in Den Haag, wo er bei Fabio Bonizzoni sowie in Continuo und Improvisation bei Patrick Ayrton studierte.
Martin Gedeon besuchte zahlreiche Meisterkurse, unter anderem bei Jesper Bøje Christensen, Bertrand Martin, Ton Koopman-Schülerin Tineke de Goede, Daniel Börner, Alexandre Zylberajch und Hille Franke, und wirkte mit Ensembles wie dem L'Orfeo Barockorchester, der Capella Leopoldina, dem Tonkünstler-Orchester, Academia Allegro Vivo, dem Haydn-Quartett, SchlossCapelle, Solamente Naturali und Il Cuore Barocco zusammen.
Neben seiner künstlerischen Tätigkeit sammelte er umfassende Erfahrung im pädagogischen und korrepetitorischen Bereich: Er wirkte als Korrepetitor bei der Sommerschule der Alten Musik in Valtice sowie bei der Akademie Balthasar Neumann in Wien und unterrichtete im Studienjahr 2021/22 an der Musik und Kunst Privatuniversität der Stadt Wien sowie am Joseph Haydn Konservatorium Eisenstadt.
Als Cembalist der Camerata Classica bringt Martin Gedeon seine fundierte Kenntnis der historischen Aufführungspraxis in die kammermusikalische Arbeit des Ensembles ein.